Fettsäuren … und alles läuft wie geschmiert
Normalerweise betrachtet man Fett nur als Energielieferant. Nicht so gerne betrachtet man dabei so manches Speckröllchen, doch die Natur hat damit eigentlich eine sehr weise Methode gefunden, Energie zu speichern und sie erst bei Bedarf wieder abzugeben. Zusätzlich bieten Fettpolster dem Körper Schutz vor Stößen und Erschütterungen.
Fette bestehen aus Fettsäuren. Diese erfüllen neben der Energiespeicherung auch noch weitere sehr wichtige Stoffwechselfunktionen.
Fettsäuren sind ein äußerst bedeutsamer Bestandteil jeder einzelnen Körperzelle. Denn die Zellen sind mit einer Zellmembran, einer teilweise durchlässigen Außenhülle ausgestattet, welche zu einem sehr großen Teil aus Fettsäuren besteht. Wie Filter oder Schleusen geben diese Membranen den Weg frei für ausgewählte Stoffe, die von außen in die Zelle hinein- oder die aus der Zelle wieder herauskommen sollen. Erst dadurch kann eine Zelle mit allen für sie wichtigen Nährstoffen und Informationen versorgt werden. Außerdem kann sie so einen Rückstau an unbenötigtem Material verhindern. Dies sind höchst wichtige Voraussetzungen dafür, dass eine Zelle ihre Funktionen optimal erfüllen kann.
Für unsere Zellen sind daher Qualität und Zusammensetzung ihres Baumaterials enorm wichtig: sie benötigen "ungesättigte" Fettsäuren für ihre Wände, damit sie optimal arbeiten können.
Wertvolle ungesättigte Fettsäuren aus unserer Nahrung verlieren jedoch heutzutage aufgrund der industriellen Verarbeitung, wegen zu langer Lagerzeiten oder zu hohen Koch- und Brat-Temperaturen zunehmend ihre hochwertigen gesundheitserhaltenden Eigenschaften. Durch den vermehrten Einbau minderwertiger Fette in unsere Zellmembranen ist es möglich, dass deren wichtige Austausch-Funktionen zunehmend blockiert werden, so dass sie sich dann von Filtern und Schleusen immer mehr in Einbahnstraßen und Staudämme verwandeln.
Man unterscheidet ungesättigte Fettsäuren aufgrund der chemischen Struktur in "einfach" oder "mehrfach" ungesättigte Fettsäuren.
Vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren können vom menschlichen Organismus nicht oder nicht in ausreichendem Umfang gebildet werden.
Zu diesen mehrfach ungesättigten Fettsäuren zählen die Omega-3-Fettsäuren und die Omega-6-Fettsäuren.
Dabei ist auch das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren von Bedeutung.
Für die Menschen der Frühzeit war ein Verhältnis von 1:6 bis 1:4 charakteristisch, doch heute bewegt sich das Verhältnis in den Industrieländern zwischen 1:20 und 1:30.
Um dieses Verhältnis zu verbessern, sollte also vor allem die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren erhöht werden.
Da ungesättigte Fettsäuren auch im Körper sehr schnell mit Sauerstoff oder freien Radikalen reagieren und dadurch ihre hochwertige Qualität und Funktion einbüßen können, ist es hilfreich, gleichzeitig Antioxidantien zu sich zu nehmen. Dazu sind vor allem das fettlösliche Vitamin E, aber auch Vitamin C, Beta Carotin und sekundäre Pflanzenstoffe geeignet.


