Polyphenole:

Polyphenole werden in zwei Untergruppen unterteilt, die Flavonoide und die Phenolsäuren.

Flavonoide

Flavonoide sind rote, hellgelbe, blaue oder violette Farbstoffe, die ebenfalls in vielen Obst- und Gemüsesorten und auch in Kräutern vorkommen. Flavonoide lassen sich noch weiter einteilen, z.B. in Flavone, Anthocyane, Isoflavonoide oder Proanthocyanidine.

Eine Auswahl an Kräutern und Wildpflanzen, die Flavonoide enthalten: Ackerveilchen, Anis, Brennessel, Cranberry, Ginkgo Biloba, Hagebutte, Hauhechel, Johanniskraut, Kalmus, Kamille, Kümmel, Löwenzahn, Melisse, Odermenning, Olivenblätter, Passionsblume, Pfeffer, Pfefferminze, Rotklee, Salbei, Sanddorn.

Flavonoide haben ausgezeichnete antioxidative Eigenschaften, schützen vor UV-Strahlung, unterstützen das Immunsystem und helfen dem Körper bei der natürlichen Abwehr von fremden Organismen. Einige bekannte Flavonoide sind:

OPC - was abgekürzt für „Oligomere Proantho-Cyanidine“ steht. Es wird meist aus Traubenkernen gewonnen, findet sich aber auch in vielen anderen Pflanzen. OPC zählen zu den stärksten bekannten Antioxidantien. Sie haben ein Vielfaches der antioxidativen Kapazität von Vitamin E oder Vitamin C. OPC kräftigen das Immunsystem und unterstützen durch ihre antioxidativen Eigenschaften auch die Gesunderhaltung des Bindegewebes, denn sie können sich an Kollagen binden, welches in Knochen, Knorpeln, Sehnen, Haut und Zellwänden, aber auch in den Wänden der Blutgefäße und feinen Kapillare für Festigkeit und Elastizität zugleich sorgt. Da OPC die Blut-Hirn-Schranke passieren können, entfalten sie ihre antioxidativen Eigenschaften auch im Gehirn. 

Quercetin kommt in nennenswerter Konzentration z.B. in der Schale von Trauben vor und hat einen unterstützenden und regulierenden Einfluss auf das Immunsystem.

Rutin ist ein Glykosid des Quercetin. Es wird in Pflanzen gebildet und schützt die Pflanzen vor den schädigenden Wirkungen der UV-Strahlung. Auch Rutin hat ausgezeichnete antioxidative Eigenschaften und kann das Immunsystem unterstützen. 

Resveratrol ist ebenfalls ein hochpotentes Antioxidans. Es kommt vor allem in Traubenschalen und Traubenkernen vor, wurde jedoch auch in über 60 anderen Pflanzen gefunden. Es entfaltet seine antioxidativen Eigenschaften direkt an den Zellhüllen (Membranen), aber vor allem auch in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen. Es kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und daher ebenfalls dazu beitragen, die Nervenzellen des Gehirns vor unerwünschten Auswirkungen von oxidativem Stress zu schützen. Resveratrol aktiviert auch körpereigene antioxidative Enzymsysteme. Es wird jedoch im Körper sehr rasch um- und abgebaut. Daher ist eine Kombination mit anderen Polyphenolen wie OPC und Quercetin sinnvoll, die diesen Effekt abmildern und das Resveratrol länger und besser bioverfügbar halten können.

Über die Isoflavone Genistein, Daidzein, Fomononetin und Biochanin A, von denen man besonders viel in Soja oder Rotklee findet, finden Sie weitere Informationen bei den "Phytoöstrogenen". 

Phenolsäuren

Phenolsäuren gehören zur zweiten Untergruppe der Polyphenolen und sind Abwehrstoffe gegen Fraßfeinde, die für den bitteren oder herben Geschmack z.B. in Nüssen, Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Kaffee oder Tee zuständig sind und ebenfalls wichtige antioxidative Eigenschaften aufweisen.

 

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