Phytoöstrogene
Einige Isoflavone, wie das Genistein, Daidzein, Fomononetin und Biochanin A werden auch "Phyto-Östrogene" genannt. Neben den auch bei anderen Isoflavonen vorhandenen Eigenschaften wurde bei diesen Phyto-Östrogenen ein Zusammenhang zum Östrogenstoffwechsel beobachtet.
Östrogen ist ein weibliches Geschlechtshormon, das unter anderem für die Reifung der Eizellen zuständig ist. Dessen Menge unterliegt während des monatlichen Zyklus ganz normalen Schwankungen. Während der Wechseljahre (Klimakterium) stellt sich die Hormonproduktion der Frau um und es werden immer weniger Östrogene gebildet. Auch der männliche Körper bildet und benötigt Östrogene.
Phytoöstrogene können dazu beitragen, die mit dem Östrogenstoffwechsel zusammenhängenden Umstellungen während der Wechseljahre der Frau (Klimakterium) oder der Andropause des Mannes auszugleichen und zu harmonisieren.
Aufgrund chemisch-struktureller Ähnlichkeiten können Phytoöstrogene sich an Östrogen-Rezeptoren im Körper anlagern. Östrogen-beta-Rezeptoren (zuständig vor allem für Knochen, Blutgefäße, zentrales Nervensystem) werden dabei eher angeregt, Östrogen-alpha-Rezeptoren (zuständig vor allem für Uterus und Brust) hingegen eher gehemmt. Auch der normale und ständig notwendige Neuaufbau der Knochen hängt von Östrogen ab. Zusammen mit mechanischer Belastung, also mit körperlicher Betätigung oder Sport, regt es die Neubildung des Knochengewebes an. Daher können Phytoöstrogene auf diesem Weg ebenfalls einen Beitrag zur Erhaltung gesunder und stabiler Knochen leisten.
Phytoöstrogene sind vor allem in Soja- und Sojaprodukten sowie in Rotklee enthalten, etwas geringere Mengen finden sich in Hülsenfrüchten, Vollwert-Getreide und in niedriger Konzentration auch in manchem Gemüse und Obst enthalten. Auch Kürbiskerne, Alfalfa, Hauhechel, Salbei und Traubensilberkerzenwurzel enthalten Phytoöstrogene.
Rotklee enthält die vier Isoflavone Genistein, Daidzein, Fomononetin und Biochanin A. In Soja kommen hauptsächlich Genistein und Daidzein vor.
Der Verzehr von Sojaprodukten ist in asiatischen Ländern deutlich höher. In Mitteleuropa ist Rotklee eine sehr gute Quelle für Isoflavone, die als Ersatz für Soja dienen kann. Im Unterschied zu Soja sind die Isoflavone im Rotklee nicht eiweiß- sondern glucosegebunden.


